WER ÜBERNIMMT DIE KOSTEN?

Liebe Patienten, 

bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit und lesen Sie sich die folgende Information gründlich durch: 

Folgende Fachärzte sind zur Ausstellung einer Heilmittelverordnung für die logopädische Therapie berechtigt:

• HNO-Ärzte

• Pädaudiologen

• Kinderärzte

• Allgemeinmediziner/Hausärzte

• Neurologen

• Kieferorthopäden

• Zahnärzte

 

Bei Unstimmigkeiten oder inhaltlichen Fragen zur Ausstellung dieser Heilmittelverordnung stehe ich Ihnen oder Ihren Fachärzten gerne zur Verfügung.

Seit dem 1.7.2019 wurden alle Vergütungsvereinbarungen deutschlandweit angehoben und bieten die Grundlage für die Berechnung meiner Privatsätze. Logopädische Behandlungen gehören zur medizinischen Grundversorgung und sind in den Leistungskatalogen der gesetzlichen und privaten Krankenkassen als Heilmittel aufgeführt. Wir Logopäden orientieren uns dabei mit unseren Gebühren für die Behandlung von privat versicherten Patienten derzeit beim liegenden, 1,8-fachen Satz der gesetzlichen Krankenkassen.

Hinweise zur logopädischen Versorgung und Bezahlung über gesetzlichen Krankenkassen

Hat der Arzt die Notwendigkeit einer logopädischen Therapie festgestellt und eine Heilmittelverordnung ausgestellt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Behandlung.

Bei Patienten bis zum 18. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungskosten komplett.

Patienten ab dem 18. Lebensjahr sind grundsätzlich zuzahlungspflichtig. Die Zuzahlung besteht pauschal aus 10.- € Rezeptgebühr sowie zusätzlich 10 % des Rezeptwertes. Die Zuzahlung errechnet sich also individuell aus Art und Umfang der abgegebenen logopädischen Leistungen pro Rezept. Wir als Logopäden sind gesetzlich dazu verpflichtet, diese Zuzahlungen im Verlauf der Behandlung vom Patienten einzuziehen. Wir haben dadurch keine Mehreinnahmen, sondern einen bürokratischen Mehraufwand.

Für gesetzlich Versicherte, die innerhalb eines Kalenderjahres die "Belastungsgrenze" erreicht haben, besteht die Möglichkeit, sich für den Rest des jeweiligen Kalenderjahres von der Zuzahlung befreien zu lassen. Die Belastungsgrenze beträgt derzeit 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebens-unterhalt. Für chronisch Kranke, die wegen derselben schwerwiegenden Erkrankung in Dauerbehandlung sind, beträgt sie 1 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Als chronisch krank gilt, wer sich in ärztlicher Dauerbehandlung befindet (nachgewiesen durch mindestens eine erforderliche ärztliche Behandlung pro Quartal seit mindestens einem Jahr) und wenn außerdem eine 60%ige Behinderung, eine Einstufung in Pflegestufe 2 oder 3 oder eine medizinische Dauerversorgung vorliegt, bei deren “Ausbleiben sich eine lebensbedrohliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität des Betroffenen ergeben würde.” 

Für die Ausstellung einer Zuzahlungsbefreiung ist die jeweilige Krankenkasse zuständig. Nach Vorlage aller Quittungen über die im jeweiligen Kalenderjahr bereits geleisteten Zuzahlungen stellt die Krankenkasse bei Erreichen der Belastungsgrenze die Befreiungsbescheinigung aus. Diese gilt bis zum Ende des laufenden Kalenderjahres und muss im folgenden Jahr erneut beantragt werden.

Kosten der logopädischen Therapie für privat Versicherte:

Bitte klären Sie im Vorfeld, ob und in welchem Umfang Ihre Kasse die Kostenübernahme gewährleistet 

und überprüfen Sie Ihren Eigenanteil.

Für die Berufsgruppe der Heilmittelerbringer existiert für die Abrechnung mit Privatpatienten keine gesetzliche Gebührenordnung wie bei der Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen. Heilmittelerbringer sind nicht an Beihilfehöchstsätze gebunden, wenn diese auch oft von den privaten Versicherungen zur Festlegung der Höhe der Kostenerstattung herangezogen werden. Logopäden und andere Heilmittelerbringer legen die Höhe der Vergütung bei privat versicherten Patienten im Rahmen eines Behandlungsvertrages frei fest. Der Beihilfesatz ist als Mindestsatz anzusehen. Privatpatienten bezahlen ihre Behandlungen grundsätzlich selbst. Privatversicherungen können individuell ganz unterschiedlich gestaltet sein. Abhängig davon, ob und wie sie versichert sind, bekommen privat Versicherte die Kosten für die logopädische Behandlung ganz oder teilweise erstattet. Haben sie bewusst einen günstigen Monatsbeitrag gewählt, werden die Kosten möglicherweise nicht in voller Höhe übernommen. Unabhängig vom Erstattungszeitpunkt durch die jeweilige Versicherung ist der Rechnungsbetrag nach Erhalt der Rechnung jedoch in jedem Fall ungekürzt sofort fällig.

Die Kosten für Präventions- und Beratungsangebote können Sie gerne vorab in einem persönlichen Gespräch erfragen